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Automatikuhr aufziehen aber richtig

Die Regeln des Aufziehens einer Automatikuhr

Trotz ihrer einfachen Handhabung erfordert eine Automatikuhr einige Vorgänge, um ihre Funktionsweise lange zu erhalten. Die Uhr muss nicht immer getragen werden, um das eigenständige Aufziehen möglich zu machen. Schon gar nicht muss sie täglich aufgezogen werden, um die akkurate Zeitanzeige zu gewährleisten.
Dennoch sollten Herren dieses ab und an tun, was durch drei verschiedene Methoden vonstattengehen kann. Ist die Uhr erst einmal richtig aufgezogen und die Zeit richtig eingestellt, kann bei einem Juwelier oder in einer Uhrenwerkstatt als Abschluss die Ganggenauigkeit nachgeprüft werden, die dafür ganz spezielle Geräte besitzen.

Beim Kauf einer Automatikuhr sollte diese in jedem Fall erst einmal mindestens zwei Wochen getragen werden, um sie „einlaufen“ zu lassen. Falls notwendig, kann die Einlaufzeit dann später nachreguliert werden. Dadurch entsteht ein stabiles Gangverhalten. Ebenso wichtig für den Lauf der Uhr ist die Gangreserve.
Damit wird die Zeit bezeichnet, die die Uhr vom Vollaufzug der Zugfeder bis zum Entspannen läuft. Der Erhalt der Gangreserve wird bei einer Armbewegung gewährleistet, wenn die Uhr etwa 8 bis 10 Stunden getragen wird. Ansonsten gelten folgende Schritte:

3 Möglichkeiten eine Automatikuhr auzuziehen:

1. Methode: Automatikuhr aufziehen durch das Bewegen des Arms

Da die Automatikuhr so gebaut ist, dass ein Metallgewicht in der Uhr bzw. die dort vorhandene Schwungmasse die Bewegung erkennt, genügt das Armbewegen, um die Zahnräder, mit der die Schwungmasse verbunden ist, in Bewegung zu setzen, die so die Hauptfeder der Uhr aufziehen. Dabei wird in der Feder Energie gespeichert und die Uhr tickt weiter. Diese Energie geht allerdings allmählich verloren, wenn die Automatikuhr nicht getragen bzw. bewegt wird.
Das tägliche Tragen wirkt dem entgegen, allerdings genügt auch eine ganz normale Bewegung im Alltag, um die Uhr in Gang zu halten. Normalerweise hält die Energie einer Automatikuhr etwa 48 Stunden, ohne zusätzliches Aufziehen.

Daneben sollte man auch das Gegenteil beachten, dass die Uhr nicht allzu viel bewegt wird, wie beispielsweise bei der Ausübung einer sportlichen Betätigung. Sie ist auf eine regelmäßige und normale Bewegung konzipiert. Alles, was darüber hinausgeht, stört den automatischen Aufziehmechanismus.

2. Methode: die Automatikuhr über die Krone aufziehen

Sobald die Uhr nicht täglich zum Einsatz kommt, also nicht täglich getragen wird, sollte sie trotzdem regelmäßig aufgezogen werden, damit die Hauptfeder immer gespannt bleibt.
Rechts am Uhrgehäuse befindet sich ein Stellknopf, der auch Krone genannt und leicht herausgezogen wird, um so Datum und Zeit per Hand einstellen zu können. Für das Aufziehen selbst muss die Krone nicht herausgezogen werden, sondern wird einfach im Uhrzeigersinn gedreht.

Die Art der Krone hängt dabei auch von den verschiedenen Uhrmodellen ab. Ist die Uhr beispielsweise wasserfest, ist der Stellknopf häufig festgeschraubt, um sie vor eindringendem Wasser zu schützen, und muss erst im Gegenuhrzeigersinn (genauer nach links gedreht) losgeschraubt werden. Das Aufziehen selbst erfolgt dann wieder mit dem Eindrücken des Knopfes.

Die Dauer des Aufziehen sollte etwa in einer Umdrehung von 30 bis 40 Mal liegen, mindestens aber so lange erfolgen, wie der Sekundenzeiger die Uhr einmal umwandert hat oder, noch besser, bis ein Widerstand zu spüren ist. Dadurch wird die Hauptfeder sofort wieder gespannt und mit Energie aufgeladen. Sobald die Uhr wieder getragen wird, bleibt diese länger erhalten.

Im Grunde ist das Überdrehen einer Automatikuhr nicht möglich, dennoch haben bestimmte und moderne Modelle einen zusätzlichen Schutzmechanismus, der dafür sorgt, dass sich die Krone immer schwieriger drehen lässt. Ist der Widerstand erreicht, ist die Uhr komplett aufgezogen.

Worauf ebenfalls geachtet werden sollte, ist ein mögliches Verstellen der Uhrzeit, was beim Aufziehen durch das Herausziehen der Krone passieren kann.
Die Uhrzeit sollte dann immer vorwärts aufgezogen wieder richtig eingestellt werden, da die Automatikuhr so konstruiert ist, dass sich die Zeiger vorwärts drehen und nicht rückwärts. Daher sollten sich auch die Zahnräder im vorgesehenen Mechanismus und in die richtige Richtung drehen.

3. Methode: Automatikuhr wird durch einen Uhrenbeweger aufgezogen

Ein Uhrenbeweger imitiert die Armbewegung der Herren und hält eine Automatikuhr durch Drehbewegung aufgezogen. Die Geräte gibt es in verschiedenen Preiskategorien, sie kosten zwischen 50 und 1000 Euro, da sie sich in ihren Modellen qualitativ unterscheiden.

Funktionale Uhrenbeweger im günstigeren Bereich sind auf jeden Fall benutzerfreundlich und besitzen, je nach Anbieter, durchaus schon ein ansprechendes Design. Dennoch muss bedacht werden, dass billige Uhrenbeweger nicht immer zuverlässig funktionieren.
Daneben gibt es die etwas teureren und eleganteren Uhrenbeweger, die meistens aus feinem Material wie Leder oder Holz gefertigt sind und zudem sehr leicht in der Anwendung.
Die letzte Kategorie bilden die extravaganten Versionen des Uhrenbewegers, die durchaus schon wesentlich kostspieliger und aus edlem Material gefertigt sind.
Letztere können häufig auch mehrere Uhren aufnehmen und gleichzeitig aufziehen, sind dazu mit Temperaturregler, USB-Anschluss und einer synchronisierten Zeitanzeige ausgestattet. Gerade für Sammler von Uhren oder für Menschen, die gerne abwechslungsreich verschiedene Uhren tragen, ist ein solcher Uhrenbeweger gut geeignet.


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